JEANS WASCHEN LEICHT GEMACHT:
SO PFLEGEN SIE IHR DENIM RICHTIG

Everybody loves Denim! Was einst ausschließlich als robuste Arbeitskleidung genutzt wurde, ist zur absoluten Fashion-Ikone aufgestiegen und heute in nahezu jedem Kleiderschrank in vielfacher Ausführung anzutreffen. Schließlich ist kaum ein Kleidungsstück so vielseitig einsetzbar wie die Jeans. Es bleibt also nicht aus, dass unsere heiß geliebten Jeans-Kleidung bei andauerndem Einsatz auch mal eine Wäsche nötig hat.

Doch wie wäscht man Jeans eigentlich richtig, um Farbe und Form lange zu erhalten? Damit Sie Ihre Lieblingsjeans über Jahre begleiten kann, verraten wir Ihnen, welche Pflege Ihre Jeans benötigt und was Sie beim Waschen unbedingt vermeiden sollten.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die Jeans war eigentlich als Arbeitskleidung konzipiert: Dementsprechend unkompliziert lassen sich Jeans aus 100-prozentiger Baumwolle waschen und pflegen.
  • Nur bei
  • Vorsicht bei Stretchjeans oder Jeans mit Shaping-Effekt: Hier sind häufig Kunstfasern verarbeitet, denen hohe Temperaturen schaden – also bitte nur bei 30 Grad waschen.
  • Jeans in den Trockner und dann bügeln? Lieber nicht – Denim trocknet am liebsten an der frischen Luft.

 

 

Jeans in der Waschmaschine waschen

Grundsätzlich können Jeans gut in der Maschine gewaschen werden, denn Denim an sich ist ein unkomplizierter Stoff. Dennoch gibt es einiges zu beachten, wenn Sie Ihre Jeans richtig in der Waschmaschine waschen möchten:

Überprüfung des Pflegeetiketts

Ursprünglich wurde Denim zwar stets aus reiner Baumwolle hergestellt, heute wird der Stoff aber häufig mit Kunstfasern, zum Beispiel Elasthan, vermischt. Das sorgt für mehr Komfort und macht den Stoff insgesamt flexibler, birgt aber auch einige Risiken, was die Maschinenwäsche anbelangt. Daher ist es wichtig, individuelle Hinweise auf dem Pflegeetikett zu beachten.

Die Jeans auf links waschen

Ganz egal, welche Art von Jeans Sie waschen möchten, eine Grundregel gibt es für alle Arten: Vor der Wäsche auf links drehen und bitte den Reißverschluss oder die Knöpfe schließen. So schonen Sie nicht nur die anderen Kleidungsstücke in der Wäsche, sondern auch das Innenleben Ihrer Waschmaschine.

BEI WELCHEN TEMPERATUREN UND MIT WELCHEM PROGRAMM SOLLTEN SIE JEANS WASCHEN?

Bei wie viel Grad Sie Ihre Jeans letztendlich waschen, hängt von der Beschaffenheit des Materials ab sowie dem Grad der Verschmutzung. Es empfiehlt sich üblicherweise das Programm „Pflegeleicht“.

Die klassische Bluejeans wäscht man bei 40 Grad

Eine klassische Bluejeans, wie sie wohl jeder im Kleiderschrank hat, lässt sich problemlos bei 40 Grad zusammen mit anderer Buntwäsche waschen. Falls die Jeans ganz neu ist, empfiehlt sich, sie entweder ganz separat zu waschen oder nur mit ähnlichen Farben. Denn je dunkler der Jeans-Stoff eingefärbt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bei den ersten Wäschen noch stark an Farbe verliert. Dieser Prozess wird im Fachjargon als „Ausbluten“ bezeichnet. In diesem Fall ist es ratsam, die Jeans mit schwarzer Wäsche zu waschen.

Eine stark verschmutze Jeans wäscht man bei 60 Grad

Ist Ihre Hose stark verschmutzt, können Sie Jeans aus reiner Baumwolle auch bedenkenlos bei 60 Grad im Programm „Pflegeleicht“ waschen. Von wenigen heißen Waschgängen wird Ihre Jeans keinen Schaden nehmen. Allerdings strapaziert die höhere Temperatur das Gewebe. Falls Sie Ihre Jeans öfters heiß waschen, kann es passieren, dass die Fasern dünner werden, die Passform auf Dauer verloren geht und auch die Farbe insgesamt schneller verblasst. Daher ist es ratsam, diese Temperatur nur bei starker Verschmutzung zu wählen.

Spezielle Jeans-Varianten wäscht man bei 30 Grad

Wenn Sie Jeans-Varianten, wie etwa eine Stretchjeans oder eine Jeans mit Shaping-Effekt waschen möchten, sollten Sie eine Waschtemperatur von 30 Grad wählen. Diese Jeans bestehen in der Regel nicht aus reiner Baumwolle, sondern sind mit Elasthan- oder Polyesterfasern angereichert. In diesem Fall schadet eine hohe Waschtemperatur dem Gewebe und die Fasern würden ihre Form verlieren. Mit dem Programm „Feinwäsche“ können Sie hier nichts falsch machen, aber auch „Pflegeleicht“ sollte im Normalfall kein Problem darstellen.

Behalten Sie außerdem im Hinterkopf, dass es bei Jeans-Stoff durchaus bis zu einem halben Jahr dauern kann, bis das Material eingetragen ist und sich eine individuelle Waschung ergeben hat. Das gehört zum typischen Denim-Look dazu. Wie oft Sie Ihre Jeans waschen müssen, um dieses Ergebnis zu erzielen, hängt von der jeweiligen Jeans ab. Mit der Zeit – und vor allem der richtigen Pflege – wird der Stoff also schöner und ausdrucksstärker.

WELCHES IST DIE RICHTIGE UMDREHUNGSZAHL BEI DER JEANS-WÄSCHE

Zwei Dinge sollen Sie berücksichtigen, wenn Sie Ihre Jeans waschen. 1. Wählen Sie immer ein Kurzwaschprogramm und 2. stellen Sie für den Schleudergang eine mittlere Drehzahl von 800 bis 1000 Umdrehungen ein. So können Sie Abreibungs- und Abnutzungsspuren durch maschinelles Waschen vorbeugen und vermeiden außerdem unschöne Faltenbildung.

 

WELCHES WASCHMITTEL SOLLTEN SIE BEIM JEANS-WASCHEN BENUTZEN?

Damit bei Kleidungsstücken aus Jeansstoff die Farbe nicht übermäßig ausgewaschen wird, ist ein flüssiges Color- oder Feinwaschmittel grundsätzlich die beste Wahl. Denn damit schonen Sie Stoff und Farbe gleichermaßen. Pulverförmige Waschmittel dagegen können wir Ihnen nicht bei der Jeans-Wäsche empfehlen. Diese enthalten in der Regel Bleichmittel, so dass die Jeansfarbe schon nach ein paar Wäschen an Farbkraft eingebüßt hätte. Vermeiden Sie auch Vollwaschmittel, das dem Gewebe ebenfalls schaden würde.

Sie sollten Ihre Jeans auch nur mit wenig Weichspüler waschen, und auch nur dann, wenn sie aus reiner Baumwolle sind. Trotzdem sollten Sie wissen, dass Weichspüler immer dafür sorgen kann, dass der Stoff an Elastizität verliert und ausleiert. Besonders bei robusten Jeansformen, wie zum Beispiel Raw Denim, würde das die typische Optik des Stoffes erheblich beeinträchtigen. Bei Stretchjeans bitte in jedem Fall auf Weichspüler verzichten. Hier würde zwar nicht zwangsläufig die Optik des Gewebes in Mitleidenschaft gezogen werden, die Funktion der im Stoff enthaltenen Kunstfasern würde durch Weichspüler jedoch definitiv beeinträchtigt.

 

WIE KÖNNEN SIE FLECKEN AUS DER JEANS ENTFERNEN?

Da Denim-Experten dazu raten, Jeans nicht zu häufig zu waschen, können Sie bei kleineren Flecken einfach selbst Hand anlegen und der Jeans so einen kompletten Vollwaschgang ersparen. Am besten entfernen Sie Flecken so schnell wie möglich mit einem Schwamm, warmem Wasser und etwas mildem Waschmittel oder auch Gallseife. Vermeiden Sie es, zu stark am Stoff zu reiben, sonst löst sich nicht nur der Fleck, sondern auch Partikel der Jeansfarbe.

Natürlich gibt es auch viele Hausmittel wie Nagellackentferner, Essig, Backpulver oder Zitronensäure, die für die Fleckentfernung empfohlen werden. Lassen Sie dabei aber immer Vorsicht walten, denn viele dieser Mittel haben einen bleichenden Effekt. Speziell dann, wenn Sie Ihre Jeans mit Essig und Wasser waschen, sollte Sie bedenken, dass das Material später einen intensiven Geruch annehmen kann. Bevor Sie einem Fleck auf Ihrer Kleidung zu Leibe rücken, sollten Sie die Wirkung immer erst an der Innenseite oder einer unauffälligen Stelle des Gewebes testen. Sieht der Stoff auch nach etwas Einwirkzeit so aus wie zuvor, ist die Farbechtheit gesichert und Sie können sich an die Fleckbehandlung machen.

 

TIPPS

JEANS IM GEFRIERFACH "WASCHEN"

Sie möchten beim Waschen Ihrer Lieblingsjeans lieber nichts riskieren? Dann haben wir noch einen Tipp der ganz besonderen Art für Sie: Legen Sie Ihre Jeans doch einfach mal ins Eisfach. Es gibt tatsächlich Denim Experten – darunter übrigens auch der Levi’s CEO Charles van Bergh –, die sich dafür aussprechen, Jeansbekleidung strikt gar nicht zu waschen.

Wenn eine Wäsche anstehen würde, wandert die Jeans einfach für 24 bis 48 Stunden ins Gefrierfach. Bakterien werden so schlicht weggefroren und Ihre Jeans kommt frisch wieder aus dem Eisschrank. Wirklich jeden Waschgang mag das im Alltag nicht ersetzen, es könnte aber eine zeit- und wassersparende Methode sein, die Sie zwischen zwei Wäschen ruhig ausprobieren können.

 

LAUFEN JEANS BEIM WASCHEN EIN?

In diesem Punkt können wir Sie beruhigen: Jeans, die das erste Mal gewaschen werden, laufen im Normalfall gar nicht oder nur minimal ein. Sie müssen beim Jeans-Kauf also keine Konfektionsgröße nach oben gehen, um den „Einlauffaktor“ zu berücksichtigen. Auch wenn sich das Gerücht, dass Jeans während des Waschens stark einlaufen, hartnäckig hält, werden die modernen Jeansstoffe so behandelt, dass Formstabilität garantiert ist. Dieses Veredlungsverfahren – bei dem der Stoff einem mechanischen Treatment aus Hitze und Feuchtigkeit unterzogen wird – nennt man Sanforisieren oder auch Krumpfen.

 

WAS TUN, WENN DIE JEANS NACH DEM WASCHEN STINKEN?

Ihre Jeans riecht trotz Waschgang? Normalerweise legt sich dieser Geruch nach einiger Zeit. Speziell neue Jeans riechen trotz Waschen oft länger. Dies lässt sich durch die chemische Belastung beim Transport erklären. Wenn die Kleidung im Ausland produziert wird, muss sie öfters mit Chemikalien besprüht werden, um nicht zu schimmeln. Diese Tipps schaffen Abhilfe bei starkem Geruch:

Essig hilft bei Chemie-Geruch

Essig hat zwar einen starken Eigengeruch, hilft jedoch, den Chemie-Gestank aus den Fasern zu bekommen. Legen Sie dazu vor der ersten Wäsche Ihre Jeans eine Stunde in Essigwasser. Dies hilft auch dabei, um die Farbe beizubehalten. Danach sollte die Jeans gründlich mit kaltem Wasser gewaschen werden.

Natrium hilft bei Geruch durch Abnutzung

Nach häufigem Tragen kann die Jeans auch beginnen, etwas muffig zu riechen. In diesem Fall greifen Sie am besten zu einer halben Tasse Natrium und kippen den Inhalt zur Wäsche in der Waschmaschine. Nach einem 30-Grad-Waschgang sollte die Jeans wieder neutral riechen.

 

GEHÖREN JEANS NACH DER WÄSCHE IN DEN TROCKNER?

Um sicher zu gehen, dass Ihre Jeans im Trockner auf keinen Fall einläuft, sollten Sie auch hier zunächst einen Blick auf das Pflegeetikett werfen, bevor das gute Stück in den Trockner wandert. Zu beachten ist:

  • Material aus reiner Baumwolle kann in den Trockner.
    Das ist praktisch und gut zu wissen, wenn es zwischendurch einfach mal schnell gehen muss und Sie Ihre Lieblingsjeans nach der Wäsche so schnell wie möglich wieder tragen möchten.
  • Moderne Jeans-Mischgewebe gehören nicht in den Trockner.
    Achten Sie bitte immer genau auf die Materialzusammensetzung bei Ihrem Jeans-Stoff. Sind Polyester- oder Acrylzusätze verarbeitet worden, würde die Hitze des Wäschetrockners diese Fasern zum Schmelzen bringen. Im schlimmsten Fall reißt die Jeans dann, sobald Sie sie wieder tragen.
  • Stretchjeans sollten ebenfalls nicht in den Trockner.
    Stretchjeans, in denen meistens Lycra oder Elasthan enthalten ist, reagieren äußerst empfindlich auf hohe Temperaturen und haben im Wäschetrockner nichts zu suchen.

Welches Programm sollten Sie bei Jeans im Trockner wählen?

Wählen Sie stets ein Schonprogramm. So vermeiden Sie, dass die Jeans beim Trocknen sehr hohen Temperaturen ausgesetzt wird.

Um absolut kein Risiko einzugehen, gewöhnen Sie sich an, alle Ihre Jeans lieber an der Luft zu trocknen, wann immer es die Umstände zulassen. Dazu die Jeans einfach in Form ziehen und idealerweise hängend trocknen lassen. Wie bei allen gefärbten Kleidungsstücken, sollten Sie Ihre Jeans aber nie in die pralle Sonne hängen. So trocknet die Jeans nach dem Waschen natürlich schneller, bleicht durch die intensive Sonneneinstrahlung jedoch auch schneller aus. Auch das Schonprogramm des Trockners ist relativ warm und kann negative Auswirkungen auf Jeans mit Mischmaterialien haben.

 

MÜSSEN SIE IHRE JEANS NACH JEDER WÄSCHE BÜGELN?

Jeans müssen überhaupt nicht gebügelt werden. An dieser Stelle wollen wir natürlich nicht mutmaßen, dass das eventuell ein Hauptgrund für ihre enorme Popularität sein könnte, aber Fakt ist: Sind Jeans einmal gewaschen, haben Sie danach nur noch minimalen Aufwand mit der weiteren Pflege. Es ist völlig ausreichend, die Jeans glatt zu ziehen und an der Luft trocknen zu lassen. Kleine Fältchen gehören zum typischen Jeans-Look dazu und legen sich beim Tragen außerdem ganz von selbst.

Sie möchten bei Ihren Jeans lieber nicht aufs Bügeln verzichten? Dann sollten Sie darauf achten, Jeans immer auf links zu bügeln und starke Hitze zu vermeiden. Denn auch die Hitze des Bügeleisens kann den Stoff beschädigen. Um das Gewebe zu schonen, empfehlen wir ein Dampfbügeleisen. Alternativ können Sie den Stoff vor dem Bügeln auch vorsichtig mit etwas Wasser besprühen.

Große Vorsicht ist insbesondere dann geboten, wenn Sie eine Jeans mit Kunstfaseranteil vor sich haben. Hier sollten auch die größten Bügelenthusiasten Abstand davon nehmen und die Jeans einfach an der Luft trocknen lassen.