SO BEKÄMPFEN SIE KLEIDERMOTTEN:
DIE BESTEN TIPPS

Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie nehmen Ihr Lieblingskleidungsstück aus dem Schrank und beim Anziehen entdecken Sie plötzlich ein kleines Loch im Gewebe? Oder Sie schauen eines Tages nichts ahnend nach unten und sehen im Teppich eine verräterische kahle Stelle? Dann ist der wohl wahrscheinlichste Übeltäter schnell identifiziert: die Kleidermotte. Oder besser gesagt, deren Larven.

Hierzulande ist es vor allem die gemeine Kleidermotte (etwa 6 bis 9 mm lang mit hellen, beigen Flügeln), die sich offensichtlich auf einer Mission befindet, um Ihren Lieblingsteilen den Garaus zu machen. Wenn die Motte ihre Eier in Ihrer Wohnung ablegt, werden sich die daraus schlüpfenden Larven an textilen Fasern laben. Vor allem zu Beginn des Frühjahrs, wenn es langsam wärmer wird, gehen die Motten im Kleiderschrank zum Angriff über.

Sollten Sie in Ihrer Wohnung Schäden durch Kleidermotten feststellen, müssen Sie zügig reagieren. Denn haben sich die Motten erst einmal eingenistet, werden sie nicht mehr von alleine gehen. Geraten Sie aber nicht in Panik, wenn Sie die Spuren der unerwünschten geflügelten Gäste entdecken - mit unseren Tipps und Tricks können Sie die Kleidermotten gut bekämpfen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie beim Bekämpfen der Kleidermotten am besten vorgehen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Kleidermotten haben eine Vorliebe für tierische Fasern, können sich allerdings auch in anderen Fasern einnisten z.B. Baumwolle oder Leinen
  • Mottenbefall können Sie an kleinen Löchern und dünnen, seidigen Fäden an Ihrer Kleidung sowie an Larven oder toten Motten im Kleiderschrank erkennen
  • Zur Bekämpfung von Kleidermotten sollten Sie Ihren Kleiderschrank, Ihre Kleidung und Ihre Wohntextilien gründlich reinigen
  • Kräuter wie Thymian, Lavendel und Rosmarin sind natürliche Schädlingsbekämpfer
  • Motten vorbeugen, ist einfacher, als sie zu bekämpfen

 

KLEIDERMOTTEN BEKÄMPFEN: DAS MÜSSEN SIE WISSEN

Leider haben wir eine schlechte Nachricht für Sie: Die Kleidermotte hat einen ausgesprochen guten Modegeschmack. Edle Kaschmirwolle steht auf der Liste ihrer Lieblingsspeisen weit oben, gefolgt von hochwertigen Naturfasern wie Seide, Lammwolle, Pelz oder Lammfell sowie Federn. Dass Kleidermotten eine Vorliebe für tierische Fasern haben, heißt aber leider nicht, dass Baumwolle oder Leinen vor ihnen sicher sind. Findet sich nichts anderes, werden auch diese Stoffe von den Larven angeknabbert.

Entgegen der landläufigen Meinung werden Motten auch nicht nur vom Licht angezogen. Vielmehr suchen sie sich dunkle, ungestörte Orte, um ihre Eier abzulegen, wie z. B. die Rückseite Ihres Kleiderschranks oder Schubladen, die Sie eher selten öffnen. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Die Larven sind schwer zu übersehen, da ein Mottenweibchen bis zu 1.000 Eier auf einmal ablegen kann. Das macht es ein ganzes Stück einfacher, die Kleidermotten rechtzeitig zu bekämpfen.

DARAN ERKENNEN SIE KLEIDERMOTTEN

Sie sind sich nicht sicher, ob das Loch im Pullover tatsächlich von einer Motte stammt? Achten Sie auf die folgenden Anzeichen für Mottenbefall in Ihrer Kleidung:


  • Kleine, unregelmäßige Löcher oder kahle Stellen in den Textilien

  • Mehrere kleine Löcher an einer Stelle des Kleidungsstücks

  • Lebende oder tote Motten (Fliegende Motten sind erst abends aktiv und lassen sich dann am besten entdecken)

  • Madenähnliche Larven im Kleiderschrank (meist cremeweiße mit braunem Kopf)

  • Seidige, weiße, dünne Fäden an Ihrer Kleidung

SCHRITT-FÜR-SCHRITT: SO SAGEN SIE DEN MOTTEN DEN KAMPF AN

Um Motten erfolgreich auszumerzen, müssen Sie alle noch nicht geschlüpften Eier und natürlich auch die Larven loswerden. Dabei gehen Sie am besten folgendermaßen vor:

1. Kleiderschrank säubern

Da Kleidermotten sich in ungestörten, dunklen Ecken am wohlsten fühlen, findet man sie häufig im Kleiderschrank. Haben sich Kleidermotten eingenistet, müssen Sie den ganzen Schrank reinigen. Nehmen Sie dazu alle Kleidungsstücke heraus, saugen Sie alle Ecken und Schubladen aus und waschen Sie alle Oberflächen mit Reinigungsmittel ab. Um auch in Ritzen und Hohlräumen effektiv gegen die Motten vorzugehen, können Sie zum Föhn greifen. Föhnen Sie die Stellen, die Sie mit der Hand nicht gut erreichen können, so heiß wie möglich ab. Motteneier und -larven werden durch die Hitze abgetötet.

2. Ihre komplette Kleidung waschen

Waschen Sie anschließend alle Kleidungsstücke so heiß wie möglich – dazu bitte unbedingt das Pflegeetikett beachten - und bringen Sie alle empfindlichen Teile, die nur kalt oder chemisch gereinigt werden können, in die Reinigung. Alternativ können Sie alle von Kleidermotten befallenen Kleidungsstücke einzeln in Gefrierbeutel verpacken und die Beutel für 24 Stunden in den Gefrierschrank legen. Die extreme Kälte tötet alle Larven ab. Anschließend sollten Sie die Kleidungsstücke aber dennoch waschen

3. Vergessen Sie nicht Ihre Wohntextilien

Motten unterscheiden nicht zwischen Kaschmirschal oder Seidenteppich. Saugen Sie deswegen auch alle Teppiche bzw. Teppichböden in der ganzen Wohnung gründlich ab und achten Sie dabei besonders auf die Bereiche unter den Möbeln. Behandeln Sie anschließend alle Bereiche, in denen Sie Motten gesehen haben, mit einem Mottenkiller-Spray für Teppiche, das Sie im Fachhandel bekommen.

4. Letzter Ausweg: Der Schädlingsbekämpfer

Hat all das nicht die gewünschte Wirkung gezeigt, wenden Sie sich an eine professionelle Schädlingsbekämpfung. Der Kammerjäger setzt synthetische Insektizide ein und löst das Mottenproblem ein für alle Mal. Fachleute können den Motten auch mit Schlupfwespen zu Leibe rücken. Diese sind für Menschen absolut harmlos, zählen aber zu den natürlichen Feinden der Motten. Ein Bekämpfungsmittel mit Schlupfwespen wird im Kleiderschrank ausgelegt. Die Schlupfwespen fressen die Eier der Kleidermotten und sterben danach ab.

KLEIDERMOTTEN VORBEUGEN: DAS KÖNNEN SIE TUN

Wenn es um Kleidermotten geht, ist vorbeugen definitiv einfacher als bekämpfen. Hier sind einige hilfreiche Tipps, die verhindern, dass Sie sich überhaupt mit den geflügelten Plagegeistern herumärgern müssen:


  • Kontrollieren Sie Ihre Kleidung regelmäßig auf Mottenlöcher und saugen Sie die Böden Ihres Kleiderschranks wöchentlich aus, um so Staub zu entfernen, der Kleidermotten in den Schrank lockt.

  • Kleidermotten lieben es, sich an menschlichem Schweiß und Essensresten zu laben. Legen Sie also keine verschmutzten und durchgeschwitzten Kleidungsstücke in Ihren Kleiderschrank zurück. Waschen und Lüften Sie Ihre Kleidungsstücke gründlich und regelmäßig, bevor Sie sie zurück in den Kleiderschrank legen.

  • Lüften Sie Ihren Kleiderschrank regelmäßig, um zu verhindern, dass sich warme, feuchte oder muffige Bedingungen bilden. Die lieben Motten nämlich ganz besonders.

  • Nehmen Sie Ihre Kleidung immer aus den Plastiksäcken, die in der Textilreinigung verwendet werden. Das Plastik zieht Staub an und der Staub zieht wiederum Kleidermotten an.

  • Im Fachhandel finden Sie viele Helfer im Kampf gegen die Motten. Sie können beispielsweise Schrankregale und Kommodenschubladen mit Mottenkugeln oder Anti-Mottenpapier auslegen. Für den Kleiderschrank gibt es auch Anti-Motten-Streifen oder Mottenfallen mit Pheromonen, die die Motten anlocken. Eine weitere chemiefreie Option sind kleine Beutel, die Sie mit den Kräutern füllen, die allen Motten ein Graus sind: Lavendel, Rosmarin oder Thymian.

  • Bewahren Sie frisch gewaschene Wollpullover, -mäntel und -kleider, die Sie bis zum nächsten Winter nicht mehr tragen werden, in einem vakuumgepressten Kunststoffbeutel auf. Ein Pappkarton ist in diesem Fall leider nicht ausreichend, den würden die Mottenlarven einfach durchnagen.

  • Investieren Sie in Kleiderbügel aus Zedernholz, die sehen nicht nur hochwertig aus, sondern sind ein natürliches Mottenschutzmittel. Die natürlichen Öle von Zedernholz sind stark genug, um Mottenlarven abzutöten. Alternativ können Sie Kleidermotten auch mit Zedernholzringe im Kleiderschrank oder in Schubladen abwehren.

  • Besprühen Sie Teppiche und andere Wohntextilien mit Lavendel. Dieses natürliche Abwehrmittel können Sie ganz einfach selbst herstellen, indem Sie ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl in einer Sprühflasche mit Wasser vermischen. Schütteln Sie die Flasche vor dem Benutzen gut und sprühen Sie Ihren Teppich und Ihre Kleidung leicht ein.