LEINEN WASCHEN: SO MACHEN SIE ALLES RICHTIG

Leinen gehört zu den ältesten Stoffen überhaupt und ist als luftiger Sommerstoff seit jeher für leichte Kleidung populär. Das Material verfügt über eine Vielzahl positiver Eigenschaften, steht jedoch - zu Unrecht - im Ruf, verhältnismäßig schwierig zu pflegen zu sein. Dabei wird gerade helles Leinen durch häufiges Waschen sogar noch strahlender, weicher und schöner. Und auch gefärbte Leinenteile sind mit ein bisschen Hintergrundwissen ganz unkompliziert zu waschen.

Besonders in den letzten Jahren erlebte die edle Naturfaser im Fashion-Bereich ein Comeback. Egal, ob cleaner Scandi-Style oder romantischer Sommer-Look, an Leinen führt derzeit wirklich kaum ein Weg vorbei. Kein Wunder, wenn Sie sich die vielen Vorteile des Materials vor Augen führen. Das Gewebe ist nicht nur robust, sondern auch von Natur aus antibakteriell, antistatisch und es reguliert die Körpertemperatur. Damit ist Leinen gerade für die heiße Jahreszeit das ideale Material, denn es hat auf der Haut einen leicht kühlenden Effekt. Mit Leinen kommen Sie auch bei größter Sommerhitze nicht ins Schwitzen.

Damit Sie lange Freude an Ihren Leinen-Outfits haben, haben wir eine Reihe von hilfreichen Pflegetipps zusammengestellt, mit denen Sie beim Waschen von Leinen ab sofort alles richtig machen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Leinen ist im Trend - außerdem ist der Stoff ein echtes Multitalent: Es ist antiallergisch, antibakteriell und nachhaltig
  • Ihr neues Kleidungsstück aus Leinen soll die erste Wäsche unbeschadet überstehen? Dann weichen Sie den Stoff am besten über Nacht in reichlich Wasser sein - so brechen die Fasern nicht
  • Als Naturstoff ist Leinen relativ einfach zu pflegen - aber halten Sie ihre Kleidungsstücke aus Leinen unbedingt vom Wäschetrockner fern
  • Ihr Lieblingsteil aus Leinen soll lange schön bleiben? Dann bügeln Sie es nach jeder Wäsche - am besten solange der Stoff noch feucht ist

 

 

LEINEN RICHTIG WASCHEN
DAS MÜSSEN SIE BEACHTEN

DAS MATERIAL SOLLTE NICHT ÜBERSTRAPAZIERT WERDEN

Leinen ist als Faser zwar strapazierfähig, dennoch sollten Sie bei der Wäsche vorsichtig und behutsam vorgehen. Unsere Pflegetipps helfen Ihnen dabei, bei der Wäsche Ihrer Kleidung aus Leinen weder zu viel Zeit noch Arbeit zu investieren.

LEINEN KANN IN DER WASCHMASCHINE GEWASCHEN WERDEN

Leinen können Sie in der Waschmaschine waschen. Wählen Sie dafür immer einen Feinwaschgang, beziehungsweise ein Schonprogramm. Bei sehr feinen Leinengeweben, zum Beispiel zarten Schals oder Halstüchern, sollten Sie besser ganz auf den Schleudergang verzichten oder das Kleidungsstück vorzugsweise per Handwäsche reinigen.

WÄHLEN SIE EINEN NIEDRIGEN SCHLEUDERGANG

Wenn Sie Ihre Leinenkleidung in der Maschine waschen möchten, stellen Sie den Schleudergang grundsätzlich niemals höher als auf maximal 600 Umdrehungen pro Minute ein. Stärkeres Schleudern entzieht der Naturfaser zu viel Feuchtigkeit und macht Ihnen das Bügeln unnötig schwer. Außerdem können durch zu starke mechanische Bewegung kleine Knötchen an der Oberfläche des Stoffes entstehen, die sich nach der Wäsche nicht mehr entfernen lassen.

LEINEN WASCHEN IN DER WASCHMASCHINE

  • Wenn Sie ganz sicher gehen möchten, dass selbst Ihre empfindlichen Leinenteile beim Waschen keinerlei Schaden nehmen, sollten Sie diese während des Waschgangs in der Waschmaschine in einen Wäschesack geben.
  • Wählen Sie das richtige Programm, um Ihr Leinen gründlich, aber nicht zu heiß zu waschen.
  • Leinen nach jeder Wäsche – egal ob von Hand oder mit der Waschmaschine – immer besonders gründlich und mit viel Wasser ausspülen.
 

DIE RICHTIGE TEMPERATUR BEIM LEINEN-WASCHEN

Was die richtige Temperatur für den Waschgang angeht, kann ungefärbtes Leinen einiges vertragen. Wie heiß Sie Leinen letztendlich waschen können, hängt von seiner Beschaffenheit ab. Weißes Leinengewebe können Sie theoretisch sogar mit einer hohen Temperatur bis zu 95 Grad problemlos waschen. Dies ist ein großer Vorteil, wenn Sie Gardinen oder Tischdecken aus diesem Material waschen. Leinen geht auch beim Waschen nicht ein. Allerdings kann weißes Leinen bei häufiger Kochwäsche noch aufhellen, deswegen empfiehlt es sich, den weißen Stoff bei nicht allzu starker Verschmutzung bei nur 60 Grad zu waschen.

Für Kleidung empfehlen wir grundsätzlich niedrigere Temperaturen. Wenn Sie also Ihren Pullover oder Ihr Sakko aus Leinen waschen, sollten Sie eine moderate Waschtemperatur und eine Temperatur unter 40 Grad wählen. Das beugt dem Ausbleichen der Farben vor und schont das Leinengewebe.

 

WELCHES WASCHMITTEL IST AM BESTEN GEEIGNET?

Bei Kleidung können Sie mit einem hochwertigen Color- oder Feinwaschmittel nichts falsch machen. Auch Neutralseife ist zur Leinenpflege geeignet. Im Fachhandel sind darüber hinaus auch spezielle Leinenwaschmittel erhältlich, die besonders schonend für die Faser sind. Beim Waschmittelkauf sollten Sie darauf achten, dass Sie ein Produkt ohne Bleichmittel oder Aufheller wählen, denn selbst weißes Leinen kann auf Bleiche äußerst empfindlich reagieren.

Ein bewährtes Hausmittel, um Leinen bei der Wäsche vor dem Ausbleichen zu schützen, ist Essig. Sie können bei gefärbtem Leinen etwas destillierten, weißen Essig direkt zum Waschgang geben oder Flecken vorsichtig mit Essig behandeln, bevor Sie das Leinen waschen.

 

GEHÖRT ZUR LEINENWÄSCHE AUCH WEICHSPÜLER?

Wir raten dazu, komplett auf Weichspüler zu verzichten, wenn Sie Leinen waschen. In der Regel schadet ein Weichspüler bei feinen Geweben nämlich eher der Optik des Stoffes. Eine gewisse Griffigkeit gehört bei Leinen außerdem zur Charakteristik des Materials.

 

IST LEINEN OHNE EINWEICHEN NACH DEM WASCHEN HART?

Vielleicht haben Sie den Spruch „Leinen will schwimmen“ schon einmal gehört? Damit ist natürlich nicht ein Bikini aus Leinen gemeint, sondern die Eigenschaft der Naturfaser, viel Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Insbesondere bevor Sie Ihre Leinentextilien das allererste Mal waschen, sollten Sie den Stoff in viel Wasser einweichen lassen. Ruhig auch über Nacht. So stellen Sie sicher, dass die Fasern wirklich komplett durchweichen können.

Da Leinen ein eher unelastischer Stoff ist, verhindern Sie so, dass die Fasern nach dem Waschen hart sind und brechen. Das ruiniert den Stoff zwar nicht direkt, führt aber zu Knicken, die sich auch durch Bügeln nicht wieder entfernen lassen. Auch bei stärkerer Verschmutzung empfiehlt es sich, Leinen vor der Wäsche einweichen zu lassen.

 

SOLLTE ICH LEINEN PROFESSIONELL REINIGEN LASSEN?

Grundsätzlich raten wir, bei allen Textilien immer zuerst das Pflegeetikett aufmerksam zu lesen und die Hinweise genau zu beachten. So ersparen Sie sich böse Überraschungen nach der Wäsche. Leinen ist als Naturfaser eigentlich nicht schwierig zu waschen.

Wenn das Etikett trotzdem eine chemische Reinigung fordert, liegt dies meist gar nicht am Material selbst, sondern an der Art der Färbung, den Futterstoffen oder auch aufwändigen Verarbeitungstechniken, die durch das Waschen in der Waschmaschine beeinträchtigt werden könnten.

 

 

 

SO TROCKNEN SIE LEINEN RICHTIG

Wenn es darum geht, Leinen zu trocknen, sollten Sie besonders vorsichtig sein. Auf gar keinen Fall gehört Leinen nach dem Waschen in den Trockner. Selbst bei schonenden Programmen besteht das Risiko, dass die Leinenfaser stark beschädigt wird, verknittert, bricht oder aufgrund des Waschens und anschließenden Heißtrocknens einlaufen kann.

Viel besser ist es dagegen, Leinen an der frischen Luft zu trocknen. Achten Sie dabei jedoch darauf, gefärbte Stoffe nicht dem direkten Sonnenlicht auszusetzen, um Ausbleichen zu verhindern. Weißes Leinen dagegen liebt das Trocknen in der Sonne. Hier müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass der Stoff Schaden nehmen könnte. Ganz im Gegenteil – durch starke Sonneneinstrahlung gewinnt weißes Leinen sogar noch an Leuchtkraft.

 

LEINEN NACH DEM WASCHEN RICHTIG BÜGELN

Wie es der Volksmund so schön sagt: „Leinen knittert edel“. Dem möchten wir natürlich auf keinen Fall widersprechen. Dennoch sollten Sie dafür sorgen, dass sich die Edelknitter der Leinenfaser nach dem Waschen in Grenzen halten. Deswegen sollte Leinen nach jeder Wäsche gebügelt werden. Hier gilt Folgendes zu beachten:


MIT WELCHER TEMPERATUR KÖNNEN SIE LEINEN BÜGELN?

  • Hohe Temperaturen sind unproblematisch, solange noch etwas Restfeuchtigkeit mit im Spiel ist. Sie sollten Leinen also heiß, aber nicht trocken bügeln. Ist das Gewebe einmal ganz trocken, lässt es sich viel schwieriger wieder in Form bringen und es knittert.


MIT WELCHEM BÜGELEISEN SOLLTEN SIE LEINEN BÜGELN?

  • Ein Dampfbügeleisen eignet sich für Leinen besonders gut, damit das Gewebe nicht zu trocken wird. Alternativ können Sie Leinen vor dem Bügeln auch noch einmal kurz anfeuchten, wenn Sie das Gefühl haben, dass der Stoff schon zu trocken ist.


WIE KÖNNEN SIE LEINEN SCHONEND UND SAUBER BÜGELN?

  • Um den sogenannten Glanzstellen, die durch zu intensives Bügeln entstehen können, vorzubeugen, sollten Sie Leinen immer auf links bügeln. Ein gutes Hausmittel, das beim schonenden Bügeln hilft: Legen Sie ein leicht angefeuchtetes Baumwolltuch zwischen Gewebe und Bügeleisen. So kann nichts passieren.
 

DIE EDLEN FALTEN VON LEINEN

Dass Leinen beim Tragen schnell verknittert, lässt sich nicht vermeiden, sondern ist der Gewebestruktur und der natürlichen Beschaffenheit der Naturfaser geschuldet. Diese kleinen Fältchen gelten dann aber tatsächlich als edel und gehören einfach zum Leinen-Look.

TIPPS

LEINEN RICHTIG TRANSPORTIEREN

Wenn Sie viel unterwegs sind oder Ihre Kleidung aus Leinen mit in den Sommerurlaub nehmen möchten, transportieren sie Leinen im Koffer am besten in einer Plastiktüte. Wenn Sie das Kleidungsstück dann tragen möchten einfach im Badezimmer aufhängen während Sie duschen oder baden. Der heiße Wasserdampf in der Luft sorgt dann dafür, dass kleine Knitterfalten ganz schnell verschwinden.

 

WAS MACHT LEINEN ZU ETWAS BESONDEREM?

Leinen wird aus den Fasern der Flachspflanze hergestellt und ist als Gewebe bereits seit dem Mittelalter bekannt. Lange bevor Baumwolle in Europa versponnen wurde, war die Leinenverarbeitung schon ein florierendes Gewerbe. Leinen bietet darüber hinaus viele Vorzüge:

  • Luftig & erfrischend: Da die Faser im Inneren hohl ist, hat sie eine klimatisierende Funktion und trägt sich auf der Haut ausgesprochen angenehm und kühl.
  • Gut verträglich für Allergiker: Auch für Allergiker ist Leinen ein ideales Material. Es ist nicht nur ein reines Naturprodukt, bei dem allergische Hautreaktionen nahezu ausgeschlossen sind, sondern es ist auch noch antistatisch. Das heißt, selbst feine Staubpartikel und Bakterien werden vom Stoff nicht aufgenommen.
  • Nachhaltig & biologisch: In Bezug auf Nachhaltigkeit ist die Leinenfaser eine gute Wahl. Flachs ist ein schnell nachwachsender Rohstoff und benötigt kaum Dünger oder Pestizide. Außerdem ist die Faser vollständig biologisch abbaubar. Dazu verbraucht die Verarbeitung von Leinen wesentlich weniger Wasser als beispielsweise die Herstellung von Baumwolle.