SEIDE WASCHEN: SO GEHT'S RICHTIG

Seide ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch immer noch einer der edelsten Stoffe der Welt. Doch so schön und elegant eine Bluse oder ein Kleid aus Seide auch sind, desto empfindlicher sind die Fasern des Gewebes auch. Seide überzeugt neben der edlen Optik auch mit bester Hautverträglichkeit und dem typischen glatten, leichten Tragegefühl. Dazu hat Kleidung aus Seide hervorragende klimatische Eigenschaften: sie kühlt im Sommer und wärmt in kalten Jahreszeiten. Damit der Naturstoff lange schön bleibt, benötigt Seide jedoch eine spezielle und vor allem sehr schonende Pflege.

Wir verraten Ihnen hier die besten Tipps, um Seide zu waschen, sie richtig zu pflegen und erklären, wie Sie kleine Flecken schonend selbst entfernen können.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Waschen Sie Seide bei maximal 30 Grad, egal ob von Hand oder in der Maschine
  • Bei der Maschinenwäsche sollten Sie Seide niemals schleudern
  • Waschen Sie Seide immer mit einem speziellen Seidenwaschmittel
  • Nach dem Waschen sollten Sie Seide nicht auswringen
  • Seide nicht im Wäschetrockner trocknen
  • Der Stoff sollte auch nicht in der direkten Sonne trocknen
  • Seide immer von links und nicht zu heiß bügeln

 

 

SEIDE WASCHEN: DAS SOLLTEN SIE WISSEN

Seide gehört zu den kostbarsten Stoffen überhaupt. Das edle Gewebe stammt ursprünglich aus China: Dort gab es bereits vor 5.000 Jahren Kleidung aus Seide – allerdings war der Stoff damals schon ein Luxusgut und allein der reichen Oberschicht vorbehalten. Doch was macht Seide eigentlich so wertvoll? Die Naturfaser wird durch die Fäden der Seidenraupe gewonnen. Für eine einzige Seidenbluse müssen bis zu 2.000 Kokons verarbeitet werden. Da Seide eine tierische Faser mit ganz speziellen Eigenschaften ist, sollten Sie beim Waschen von Seide wesentlich behutsamer vorgehen, als bei Baumwolle oder Kunstfasern. Denn Seide hat einen hohen Eiweißanteil, was dafür sorgt, dass der Stoff beim Waschen besonders empfindlich ist. Sie sollten daher immer einen Blick ins Pflegeetikett werfen, um ganz sicher zu sein, ob sich Ihr Kleidungsstück aus reiner Seide oder eventuell aus einer Fasermischung besteht. Reine Seide sollten Sie in keinem Fall zu heiß und auch nur mit speziellem Waschmittel waschen.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Seide kann sich bis zu einem gewissen Grad selbst reinigen. Natürlich verschwinden Flecken oder Wasserspritzer nicht von Zauberhand, oft reicht es aber tatsächlich, wenn Sie Seidengewebe erstmal an der frischen Luft lüften. Nur bitte nicht im direkten Sonnenlicht, da die Strahlung die Fasern dauerhaft schädigen könnte.

 

SO WASCHEN SIE SEIDE MIT DER HAND

Wie in den meisten Pflegeetiketten zu lesen, wird für hochwertige Seidenstoffe die Handwäsche empfohlen. Doch selbst bei dieser sanften Art Seide zu waschen, kann man leider etwas falsch machen. Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, sollte aber nichts schiefgehen.

  • Füllen Sie das Waschbecken oder auch eine große Schüssel mit lauwarmem Wasser. Wärmer als 30 Grad sollte das Wasser nicht sein, denn Seide mag keine hohen Temperaturen. Ist der Stoff nur ganz leicht verschmutzt, können Sie Kleidung aus Seide auch mit kaltem Wasser waschen.
  • Geben Sie etwas Seidenwaschmittel dazu.
  • Legen Sie das Kleidungsstück ins Wasser und weichen Sie es für wenige Minuten ein. Dabei ganz leicht bewegen. Achten Sie darauf das Gewebe nicht zu stark zu drücken, zu ziehen oder gar zu reiben. Das kann die Fasern schnell beschädigen und der Seidenstoff kann rau und brüchig werden.
  • Gießen Sie das Waschwasser ab und spülen Sie Ihr Kleidungsstück aus Seide mit klarem, kaltem Wasser vorsichtig aus.
  • Ein bewährtes Hausmittel beim Waschen von Seide ist übrigens Essig. Ein Teelöffel zum Wasser gemischt soll Seifen- und Kalkrückstände entfernen, die Seidenfasern stärken und schnelles Ausbleichen von gefärbter Seide verhindern.
  • Nach der Wäsche den Seidenstoff ganz vorsichtig ausdrücken. Bitte auf keinen Fall auswringen. Wir empfehlen, Ihr Kleidungsstück in ein Handtuch einzurollen. Dann leicht drücken, um so das Wasser sanft zu entfernen.
 

KANN ICH SEIDE AUCH IN DER WASCHMASCHINE WASCHEN?

Ja, das geht. Vorausgesetzt Sie beachten ein paar wichtige Regeln. Auch hier lautet der erste Schritt: Pflegeetikett lesen. Grundsätzlich sollten Sie Seide nur bei möglichst niedrigen Temperaturen waschen. Auch in der Maschine sollten das nicht mehr als 30 Grad sein. Darüber hinaus sollten Textilien aus Seide bei der Wäsche in der Maschine möglichst gar nicht oder nur bei der geringsten Umdrehungszahl geschleudert werden. Verwenden Sie am besten ein kurzes Programm für „Handwäsche“ oder „Feinwäsche“ oder idealerweise ein spezielles Programm für Seide, das bei vielen neuen Waschmaschinen bereits vorinstalliert ist.

Ganz wichtig, wenn Sie Seidenkleidung in die Waschmaschine geben: Immer in einem Wäschebeutel waschen. Wasser und Waschmittel kommen so problemlos an das Gewebe, aber der empfindliche Seidenstoff wird vor der mechanischen Bewegung Wäschetrommel gut geschützt. Dieser Beutel sollte groß genug sein, dass die Teile gut umspült werden können, damit keine Waschmittelrückstände in der Seide zurückbleiben. Er sollte allerdings nicht so voluminös sein, dass sich die einzelnen Teile darin verknoten können. Dabei würde Ihre Seidenwäsche zu stark gepresst und gerieben werden.

Und auch hier gilt: Immer ein Spezialwaschmittel für Seide benutzen, auf Weichspüler verzichten und Seide direkt nach dem Waschen aus der Waschmaschine nehmen.

 

DAS RICHTIGE WASCHMITTEL FÜR SEIDE

Egal, ob Sie Seide mit der Hand oder in der Waschmaschine waschen, die Auswahl des richtigen Waschmittels ist für die Pflege dieses empfindlichen Materials besonders wichtig. Da es sich bei Seide um eine eiweißhaltige Faser handelt, würden normale Vollwaschmittel mit Tensiden und anderen waschaktiven Substanzen die Struktur beschädigen. Verzichten Sie selbst bei hellen Seidenstoffen auf Waschmittel mit Bleichzusätzen. Empfehlenswert sind spezielle Feinwaschmittel für Seide, die weder Enzyme noch Farb- und Konservierungsstoffe enthalten.

Sollten Sie einmal kein Spezialwaschmittel im Haus haben, können Sie sich auch mit einem milden, pH-neutralem Shampoo als Ersatz helfen. Achten Sie hier jedoch darauf, dass es keine rückfettenden Substanzen, keine Farbstoffe und kein Parfum enthält. Eine weitere Option zum Waschen von Seide sind Waschnüsse. Diese Früchte stammen aus Indien, wo sie seit langem als natürliche, besonders schonende Alternative zu chemischen Waschmitteln benutzt werden.

 

FLECKEN AUS SEIDE ENTFERNEN

Bei Flecken auf Textilien aus Seide ist größte Vorsicht geboten. Einen Fleck punktuell mit Wasser zu entfernen, sollten Sie lieber nicht versuchen. Das sorgt dafür, dass das Gewebe aufquillt und sich die Verschmutzung noch hartnäckiger festsetzen kann. Außerdem können so unschöne Wasserränder entstehen. Und auch durch Reiben könnten Sie die Seidenfasern schnell beschädigen.

Ist ein Fleck noch frisch, versuchen Sie ihn zunächst ganz vorsichtig abzutupfen. Bei Fettflecken empfiehlt sich die Verwendung von Waschbenzin. Geben Sie einen kleinen Spritzer auf die betroffene Stelle und tupfen Sie den Fleck mit einem sauberen, weichen Tuch sanft ab.

Bei starker Verschmutzung oder auch wenn Deo oder Parfüm deutliche Spuren auf der Seide hinterlassen haben, sollten Sie das Kleidungsstück doch besser in die Reinigung bringen. Damit sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Denn bei einer Trockenreinigung vom Profi wird ohne Wasser gearbeitet. Die Fasern können nicht aufquellen und das Seidengewebe nimmt keinen Schaden.

 

UND NACH DEM WASCHEN? SO KÖNNEN SIE SEIDE TROCKNEN UND BÜGELN

Da Seide keine hohen Temperaturen verträgt und das Gewebe höchst empfindlich ist, sollten Sie Ihren Seidentextilien den Weg in den Wäschetrockner ersparen. Stattdessen können Sie Textilien aus Seide nach dem Waschen einfach in leicht feuchtem Zustand aufhängen. Da Seide so leicht ist, trocknet sie entsprechend schnell und in der Regel sogar nahezu knitterfrei. Hängen Sie die Textilien zum Trocknen aber immer in den Schatten und nie ins direkte Sonnenlicht.

Wenn Sie Seidenteile bügeln möchten, empfehlen wir, das Kleidungsstück stets auf links und auf der kleinsten Stufe zu bügeln. Idealerweise sollte das Gewebe noch etwas Restfeuchtigkeit haben. Bügeln Sie außerdem immer ohne großen Druck und möglichst zügig, um das Geweben nicht zu strapazieren. Wenn Sie hier auf Nummer sicher gehen möchten legen Sie ein leicht angefeuchtetes Tuch zwischen Seide und Bügeleisen.